In mei­nen Coa­chings beob­ach­te ich immer wie­der die­sel­be Situa­ti­on.

Ein Bera­ter hat sich her­vor­ra­gend vor­be­rei­tet.

Er erklärt aus­führ­lich ver­schie­de­ne Vor­sor­ge­mög­lich­kei­ten.

Er spricht über Steu­ern.

Über För­de­run­gen.

Über Ren­di­te­chan­cen.

Über Garan­tien.

Der Kun­de hört auf­merk­sam zu, nickt freund­lich – und sagt am Ende:

„Ich möch­te noch ein­mal dar­über nach­den­ken.“

Vie­le Bera­ter reagie­ren dar­auf mit noch mehr Infor­ma­tio­nen.

Sie erklä­ren genau­er.

Sie rech­nen nach.

Sie prä­sen­tie­ren wei­te­re Lösun­gen.

Dabei liegt die Ursa­che häu­fig ganz woan­ders.

Wis­sen schafft noch kei­ne Klar­heit

Men­schen tref­fen wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen nur sel­ten auf­grund zusätz­li­cher Infor­ma­tio­nen.

Sie tref­fen sie dann, wenn sie für sich erken­nen:

„Das ist genau die Lösung für mein Leben.“

Dafür reicht Fach­wis­sen allein nicht aus.

Dafür braucht es gute Fra­gen.

Die zwei­te Fra­ge ver­än­dert das Gespräch

Des­halb trai­nie­ren wir in mei­nen Coa­chings einen ein­fa­chen Per­spek­tiv­wech­sel.

Anstatt sofort zu fra­gen:

„Wel­che Lösung wün­schen Sie?“

stel­len wir zunächst eine ande­re Fra­ge:

„Was soll Ihre Alters­vor­sor­ge spä­ter für Ihr Leben mög­lich machen?“

Mit einem Mal ver­än­dert sich die Atmo­sphä­re.

Es geht nicht mehr um Pro­duk­te.

Nicht mehr um Ren­di­ten.

Nicht mehr um Ver­trags­de­tails.

Plötz­lich spre­chen Men­schen über das, was ihnen wirk­lich wich­tig ist.

Über Zeit mit der Fami­lie.

Über Rei­sen.

Über die Mög­lich­keit, frü­her kürz­er­zu­tre­ten.

Über Gesund­heit.

Über die Frei­heit, selbst ent­schei­den zu kön­nen.

Erst wenn die­ses Bild ent­steht, bekom­men Zah­len über­haupt eine Bedeu­tung.

Bera­tung beginnt mit Ver­ste­hen

Die­se Erfah­rung hat auch mei­ne eige­ne Arbeits­wei­se ver­än­dert.

Frü­her woll­te ich mög­lichst vie­le Ant­wor­ten geben.

Heu­te möch­te ich zuerst ver­ste­hen.

Wie lebt die­ser Mensch?

Wel­che Zie­le hat er?

Wel­che Sor­gen beschäf­ti­gen ihn?

Wel­che Zukunft wünscht er sich?

Denn eine gute Bera­tung beginnt nicht mit einer Prä­sen­ta­ti­on.

Sie beginnt mit ehr­li­chem Inter­es­se.

Gute Ver­triebs­teams ver­kau­fen nicht – sie füh­ren Gesprä­che

Des­halb ent­wi­ckeln erfolg­rei­che Ver­triebs­teams heu­te nicht nur ihre Fach­kom­pe­tenz wei­ter.

Sie ler­nen,

  • auf­merk­sam zuzu­hö­ren,
  • die rich­ti­gen Fra­gen zu stel­len,
  • Wün­sche hin­ter den Zah­len zu erken­nen,
  • Ver­trau­en auf­zu­bau­en,
  • und gemein­sam mit dem Kun­den Ent­schei­dun­gen zu ent­wi­ckeln.

Aus mei­ner Sicht ist genau das der Unter­schied zwi­schen Pro­dukt­ver­kauf und ech­ter Bera­tung.

Was Kun­den wirk­lich bewer­ten

Wenn ich Rück­mel­dun­gen von Kun­din­nen, Kun­den oder Teil­neh­mern lese, fällt mir immer wie­der etwas auf.

Nur sel­ten schrei­ben Men­schen:

“Herr Grell kennt sich fach­lich her­vor­ra­gend aus.”

Viel häu­fi­ger lese ich Sät­ze wie:

“Ich habe mich ver­stan­den gefühlt.”

“Das Gespräch hat mir Klar­heit gege­ben.”

“Ich habe zum ers­ten Mal das Gefühl gehabt, dass es um mich geht – und nicht um ein Pro­dukt.”

Die­se Rück­mel­dun­gen bedeu­ten mir beson­ders viel.

Denn sie zei­gen, dass gute Gesprächs­füh­rung oft nach­hal­ti­ger wirkt als jede Prä­sen­ta­ti­on.

Mein Impuls für Dich

Ganz gleich, ob Du Kun­den berätst, ein Team führst oder wich­ti­ge Gesprä­che im pri­va­ten Umfeld führst:

Stell Dir beim nächs­ten Gespräch eine ein­fa­che Fra­ge:

Möch­te ich heu­te vor allem Ant­wor­ten geben – oder möch­te ich zuerst wirk­lich ver­ste­hen?

Oft ent­schei­det genau die­ser Unter­schied dar­über, ob ein Gespräch nur infor­ma­tiv ist oder wirk­lich etwas bewegt.

Der ame­ri­ka­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trai­ner Dale Car­ne­gie brach­te es ein­mal auf den Punkt:

„Wis­sen ist erst dann Macht, wenn es ange­wen­det wird.“

Ich wür­de ergän­zen:

Wis­sen ent­fal­tet sei­ne größ­te Wir­kung erst dann, wenn es Men­schen hilft, gute Ent­schei­dun­gen für ihr eige­nes Leben zu tref­fen.