Es gab eine Zeit, da woll­te ich jede Ent­schei­dung per­fekt vor­be­rei­ten.

Ich habe Infor­ma­tio­nen gesam­melt.

Vor- und Nach­tei­le abge­wo­gen.

Noch einen Arti­kel gele­sen.

Noch eine Mei­nung ein­ge­holt.

Und immer gedacht:

“Wenn ich noch etwas mehr weiß, wird die Ent­schei­dung bes­ser.”

Heu­te sehe ich das anders.

Denn wäh­rend ich noch nach­dach­te, hat­ten ande­re längst ange­fan­gen.

Der Wunsch nach Per­fek­ti­on kann uns aus­brem­sen

Natür­lich ist es sinn­voll, Ent­schei­dun­gen gut vor­zu­be­rei­ten.

Nie­mand soll­te leicht­fer­tig han­deln.

Doch ich habe gelernt, dass zwi­schen Sorg­falt und Per­fek­tio­nis­mus ein gro­ßer Unter­schied liegt.

Per­fek­ti­on ver­mit­telt Sicher­heit.

In Wirk­lich­keit ist sie oft nur ein Vor­wand, um eine Ent­schei­dung noch ein wenig auf­zu­schie­ben.

Wir sagen uns:

  • Ich infor­mie­re mich noch etwas mehr.
  • Ich war­te noch auf den rich­ti­gen Zeit­punkt.
  • Ich begin­ne nächs­ten Monat.
  • Ich star­te, wenn alles passt.

Das Pro­blem ist nur:

Der per­fek­te Zeit­punkt kommt sel­ten.

Eine Fra­ge hilft mir bis heu­te

In vie­len Situa­tio­nen stel­le ich mir inzwi­schen nur noch eine ein­zi­ge Fra­ge:

„Was ist das Schlimms­te, das pas­sie­ren kann?“

Erstaun­lich oft lau­tet die Ant­wort:

„Gar nicht so viel.“

Viel­leicht muss ich etwas nach­jus­tie­ren.

Viel­leicht ler­ne ich etwas Neu­es.

Viel­leicht klappt es beim ers­ten Ver­such nicht per­fekt.

Aber fast nie sind die Fol­gen so gra­vie­rend, wie mein Kopf sie vor­her aus­ge­malt hat.

Mei­ne 80%-Regel

Des­halb lebe ich heu­te nach einer ein­fa­chen Regel:

Wenn ich das Gefühl habe, zu etwa 80 Pro­zent vor­be­rei­tet zu sein, begin­ne ich.

Die rest­li­chen 20 Pro­zent ent­ste­hen unter­wegs.

Die­se Hal­tung beglei­tet mich inzwi­schen in vie­len Berei­chen mei­nes Lebens.

Bei Vor­trä­gen.

Bei neu­en Pro­jek­ten.

Bei Inves­ti­tio­nen.

Beim Schrei­ben.

Und auch bei mei­nem Buch.

Hät­te ich dar­auf gewar­tet, irgend­wann voll­kom­men bereit zu sein, wäre es wahr­schein­lich bis heu­te nicht erschie­nen.

Han­deln schafft Klar­heit

Eine Erfah­rung hat mich beson­ders geprägt:

Vie­le Men­schen glau­ben, sie müss­ten erst abso­lu­te Klar­heit haben, bevor sie han­deln.

Ich glau­be inzwi­schen das Gegen­teil.

Oft ent­steht Klar­heit erst durch das Han­deln.

Erst wenn wir los­ge­hen, mer­ken wir,

  • was wirk­lich funk­tio­niert,
  • wel­che Fra­gen noch offen sind,
  • und wel­che Sor­gen völ­lig unbe­grün­det waren.

Des­halb ist die ers­te Ent­schei­dung oft wich­ti­ger als die per­fek­te Ent­schei­dung.

Das gilt auch für die finan­zi­el­le Zukunft

Die­se Erfah­rung erle­be ich regel­mä­ßig in der Bera­tung.

Vie­le Men­schen möch­ten erst “alles ver­ste­hen”, bevor sie mit ihrer Alters­vor­sor­ge begin­nen.

Das ist ver­ständ­lich.

Doch manch­mal führt genau die­ser Anspruch dazu, dass Jah­re ver­ge­hen.

Dabei muss der ers­te Schritt gar nicht per­fekt sein.

Wich­ti­ger ist, über­haupt anzu­fan­gen.

Ein Spar­plan kann spä­ter ange­passt wer­den.

Eine Stra­te­gie kann wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.

Ent­schei­dend ist, dass Ver­mö­gens­auf­bau nicht nur ein guter Vor­satz bleibt.

Mein Impuls für Dich

Über­le­ge ein­mal:

Wel­che Ent­schei­dung schiebst Du gera­de auf, weil Du glaubst, noch nicht bereit zu sein?

Viel­leicht fehlt Dir gar nicht mehr Wis­sen.

Viel­leicht feh­len nur die letz­ten 20 Pro­zent Sicher­heit.

Und genau die wirst Du wahr­schein­lich erst gewin­nen, wenn Du den ers­ten Schritt gehst.

Denn Zukunft ent­steht sel­ten dadurch, dass wir alles wis­sen.

Sie ent­steht dadurch, dass wir anfan­gen.

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